Pressemitteilung

Wir bedanken uns bei allen teilnehmenden Spaziergänger_Innen, die gestern dem Nieselregen getrotzt und unsere Kundgebungen unterstützt haben. Wir hoffen, den Stadtspaziergang interessant gestaltet zu haben und freuen uns über jedes Feedback. Einen ausführlichen Bericht mit Aktionskritik veröffentlichen wir in den nächsten Tagen.
Hier unsere knappe Pressemitteilung über unsere Kundgebungen im Rahmen des gestrigen antinationalen Stadtspaziergangs:

Transparent des AntiNationalfeiertags Linz

Linz: Antinationale Kundgebungen am Nationalfeiertag

Linz ANF – Am gestrigen Nationalfeiertag beteiligten sich etwa 30 Menschen an einer Versammlung, die ausgehend vom Volksgarten und dem dortigen Jahn-Denkmal zu mehreren Monumenten der Stadt wanderte. Die dortigen Kundgebungen richteten sich gegen Nationalismus und Geschichtsrevisionismus. So kritisierte etwa eine Rednerin der Kundgebung am Stelzhamer-Denkmal, dass die antisemitische und rassistische Gesinnung des Dichters der Landeshymne übergangen und Stelzhamer stattdessen zu einer wichtigen nationalen Figur Österreichs gemacht werde. Weitere Kundgebungen gab es an der Sudetengedenktafel der Nibelungenbrücke, am Pionierdenkmal, am Hessendenkmal sowie am Stifter-Monument. „Wir stören uns aber nicht lediglich an den einzelnen skandalösen Hintergründen der Denkmäler, sondern sprechen uns allgemein gegen die Konstrukte der Nation und Volksgemeinschaft aus. Denn über diese wird ein künstliches Identitätsgefühl geschürt – Ausgrenzung im rot-weiß-roten Taumel.“, so die Pressesprecherin Renata Solden. Jedes Denkmal wurde neben einer alternativen Gedenktafel mit dem Award der Aktivist_innen versehen: Einem ‚goldenen Stück Scheisse‘, die österreichische Flagge darauf gehisst. Österreich stilisiere sich am Nationalfeiertag selbst zu einem Opfer des Dritten Reiches und übergehe dabei die eigene Identifizierung mit der nationalsozialistischen Ideologie, schreiben die die Aktivist_innen in ihrem Aufruf. Sie fordern neben dem Gedenken für die Opfer des Nationalsozialismus eine seriöse Aufarbeitung und eine Hinterfragung der Ursachen des Grauens.

>> Pressemitteilung als PDF

Coming up: Eure Feier nervt!

Antinationale Aktionen am 26. Oktober 2011 in Linz

Wieder 26. Oktober. Die österreichische Nation bejubelt sich selbst und taucht sich in ein rot-weiß-rotes Fahnenmeer. Bezeichnend: Österreich feiert seine Freiheit nicht am 8. Mai – dem Tag der Niederschlagung des Nationalsozialismus – sondern an dem Tag, an dem die Alliierten Österreich offiziell verließen, an dem die Entnazifizierung praktisch endete. Anstatt eine seriöse Auseinandersetzung mit der eigenen Rolle als Täter_innen zu suchen, stilisierten sich ‚die Österreicher_innen‘ zum ersten Opfer der Nazis. Wenige, die ernsthaft aufarbeiten wollten, wurden als Vaterlandsveräter_innen verunglimpft. Die österreichische Nation definiert sich bis heute vor allem über das Völkische und die Abgrenzung zu allem, was „Fremd“ – also nicht deutschen Blutes – ist. Doch blieb das Konstrukt ‚Nation‘ keine Einbildung, sondern schaffte eine materielle Abhängigkeit und kann nicht abseits von Staat und Kapital gedacht werden. Wir richten uns gegen jede Form von Nation, egal ob sie sich nun rassistisch oder multikulturell definiert. Die Idee der Nation bleibt immer scheiße. Sie wird nur mit Konkurrenz, Abgrenzung nach außen und Zwangsharmonisierung nach innen machbar.

Doch wir haben genug von Österreich und seinen Fans!
Statt der Aufopferung für die Gemeinschaft wollen wir das schöne Leben für alle!

Antinationale Aktionen in Linz: >> Programm
Unseren ausführlichen Standpunkt findet Ihr im >> Aufruf

Auf diesem Blog halten wir Euch auf dem Laufenden.
See you @ Antinationalfeiertag Linz 😎